MATERIAL SCIENCE · SWEATSTOFF VERGLEICH
Heavy Fleece vs French Terry vs Loopback — Der Sweatstoff-Vergleich für Premium-Streetwear
Drei Sweatstoff-Bauarten dominieren den Streetwear-Markt — Heavy Fleece, French Terry und Loopback. Sie sehen ähnlich aus, fühlen sich komplett unterschiedlich an. Hier ist der ehrliche Material-Vergleich: wie sie konstruiert sind, wann welcher Stoff funktioniert, und warum SNØVIT auf 365 GSM Heavy Fleece setzt.
Warum dieser Vergleich wichtig ist
Der gleiche Hoodie-Cut, das gleiche Color-Way, der gleiche Brand-Name — und trotzdem zwei komplett unterschiedliche Pieces. Der Unterschied liegt fast immer im Sweatstoff. Heavy Fleece, French Terry, Loopback — drei Bauarten, drei sehr unterschiedliche Tragegefühle.
Wer Premium-Streetwear kauft, sollte den Unterschied kennen. Sonst zahlst du 200€ für einen Hoodie, der sich anfühlt wie 30€-Massware.
Die drei Bauarten — kurze Definition
French Terry — die „leichte“ Version
Loopback-Stoff mit unbehandelten Schlaufen auf der Innenseite. Außenseite glatt, Innenseite mit sichtbaren Schlaufen (englisch: „loops“). Atmungsaktiv, leicht, perfekt für Übergangs-Wetter und Sport. Typisch 220-280 GSM.
Erkennungsmerkmal: Wenn du den Hoodie umdrehst und kleine Schlaufen siehst — French Terry.
Loopback Heavy — die „mittlere“ Version
Gleiche Bauart wie French Terry, nur in höherer Gewichtsklasse. Die Schlaufen sind dichter gewebt, der Stoff hat mehr Volumen. 300-360 GSM-Range. Mid-Heavy, gut für Spring/Fall.
Erkennungsmerkmal: Innenseite hat Schlaufen wie French Terry, aber der Stoff fühlt sich deutlich schwerer an.
Heavy Fleece (Brushed) — die „Premium“ Version
Bei 360+ GSM wird die Innenseite zusätzlich angeraut (englisch: „brushed“). Die Schlaufen werden aufgebrochen und ergeben eine flauschige, plüschartige Innenseite. Maximal warm, maximal weich. Typisch 360-420 GSM für Premium-Streetwear.
Erkennungsmerkmal: Innenseite ist NICHT schlaufenförmig, sondern flauschig wie Lammfell. Außenseite hat einen leicht dichteren Griff.
Side-by-Side — die Direkt-Vergleich-Tabelle
| Eigenschaft | French Terry | Loopback Heavy | Heavy Fleece (Brushed) |
|---|---|---|---|
| GSM-Range | 220–280 | 300–360 | 360–420+ |
| Innenseite | Schlaufen sichtbar | Dichte Schlaufen | Flauschig, angeraut |
| Wärme-Performance | Niedrig | Mittel | Hoch |
| Atmungsaktivität | Hoch | Mittel | Niedrig-Mittel |
| Drape und Hang | Klebrig am Körper | Mittel-Strukturiert | Fällt in klaren Linien |
| Optimale Saison | Spring/Summer | Spring/Fall | Fall/Winter |
| Tragegefühl | Sport-Tee-haft | Substantial | Plüschig-warm |
| Wash-Cycles bevor Verschleiß | ~50 | ~150 | ~500+ |
| Preis-Range (Premium-Brands) | 50–80€ | 80–130€ | 120–250€ |
Warum die Konstruktion den Tragegefühl bestimmt
French Terry — wenn die Schlaufen reden
French Terrys Schlaufen-Innenseite hat zwei wichtige Konsequenzen:
- Schweiß-Transport: die Schlaufen erhöhen die Oberfläche der Innenseite. Schweiß verdampft schneller. Deshalb funktionieren French Terry-Hoodies im Sport.
- Wenig Luft-Volumen: die Schlaufen liegen flach. Es gibt wenig „Luftpolster“ zwischen den Fasern. Wärme-Isolation ist begrenzt.
Konsequenz: French Terry ist großartig für Frühling, Sport, Indoor-Wear, Layering unter dicken Jacken. Aber für echte Cold-Weather-Performance reicht es nicht.
Loopback Heavy — der Kompromiss-Kandidat
Loopback Heavy ist die Brücke zwischen French Terry und Heavy Fleece. Dichter gewebt als French Terry, aber nicht angeraut wie Heavy Fleece. Für viele User der „ich weiß nicht, was ich will“-Stoff.
Loopback Heavy ist nie die richtige Wahl — es ist immer die Wahl, weil man zu spät bemerkt hat, dass Heavy Fleece besser gewesen wäre.
Das ist hart formuliert, hat aber einen Wahrheitskern: wenn du Streetwear für Cold-Weather kaufst, willst du Heavy Fleece. Wenn du Sportwear kaufst, willst du French Terry. Loopback Heavy fällt zwischen die Stühle.
Heavy Fleece (Brushed) — warum die angeraute Innenseite alles ändert
Das Brushing der Innenseite erfüllt drei Funktionen:
- Luft-Volumen: die aufgebrochenen Fasern halten Luft fest. Diese Luftschicht ist der eigentliche Wärmespeicher.
- Hautfreundlichkeit: die flauschige Innenseite gleitet weich auf der Haut. Kein Reiben, kein Kribbeln auch bei langem Tragen.
- Drape: der schwerere Stoff fällt in klaren Linien. Heavy Fleece-Hoodies sehen mehr „designed“ aus als ihre lighter Pendants.
Fear of God Essentials, Aimé Leon Dore, Represent, SNØVIT — alle haben Heavy Fleece als Default. Der Grund ist nicht nur Wärme, sondern auch Silhouette. Bei 365+ GSM hängt der Hoodie so, dass das Cut-Design tatsächlich zur Geltung kommt. Bei 240 GSM klebt er am Körper und alle Hoodies sehen gleich aus.
100% Cotton vs Polyester-Blends — Material-Layer 2
Der zweite große Material-Faktor neben der Bauart ist die Faser-Mischung. Die meisten kommerziellen Sweatstoffe sind 80/20 oder 50/50 Cotton-Polyester. Bei lightweight Stoffen ist das ein guter Kompromiss — Polyester bringt Elastizität und reduziert die Produktionskosten.
Bei Heavy Fleece ist das Verhältnis umgekehrt:
- Polyester reduziert Atmungsaktivität — bei einem Stoff, der bewusst dick ist, wird das spürbar.
- Polyester lässt Schweiß-Geruch entstehen — Bakterien haften an synthetischen Fasern.
- Polyester gibt dem Stoff einen leicht plastik-haften Griff — bricht das Premium-Feel.
- Polyester verliert Color-Retention schneller — Schwarz wird grau nach 30-50 Wäschen.
100% Baumwolle bei 365 GSM kostet in der Herstellung etwa das Doppelte eines 50/50-Blends. Das ist der Grund, warum High-Street-Brands fast nie 100% Cotton 365 GSM anbieten. Mehr zur GSM-Spezifikation im 365 GSM Heavy Fleece Material-Guide.
Wann welcher Stoff funktioniert — die Entscheidungsmatrix
Du brauchst French Terry, wenn:
- Sportwear für Workouts oder Running
- Sommer-Hoodies für späte Abende
- Layer unter dickeren Pieces
- Heimwear / Indoor-Tragen
- Hot-Weather mit gelegentlicher Hoodie-Phase
Du brauchst Loopback Heavy, wenn:
- Übergangsjahreszeiten (Spring, Fall)
- Mild-Cold Conditions (10-15°C)
- Du keinen Heavy Fleece findest oder dir leisten kannst, aber mehr als French Terry willst
Du brauchst Heavy Fleece, wenn:
- Cold-Weather-Streetwear (0-10°C)
- Premium-Look mit klarer Silhouette
- Long-term Wear (Pieces sollen Jahre halten)
- Layer als Mid-Layer im 3-Layer-System (siehe Cold-Weather Layer-Guide)
- Tracksuit-Setups, die als Hero-Piece dienen
Wie SNØVIT die Wahl trifft
SNØVIT operiert in der Cold-Weather-Streetwear-Niche. Material-Standard durchgängig: 365 GSM Heavy Fleece, 100% Baumwolle, brushed innen, Regular Fit. Diese Spec gilt für alle SNØVIT-Sweatshirts (PHANTØM NEBULA, ARCTIC LA GØØNE, DEEP HØRIZØN, MIDNIGHT CØRE) und für den kommenden Tracksuit-Drop AW26.
Warum keine Mix-Strategie? Weil die Brand-Niche klar ist: Cold-Weather Premium. French Terry oder Loopback würde nicht zur Positionierung passen. Plus: konsistente Material-Spec macht jeden SNØVIT-Piece kompatibel mit dem Layering-System — das ist Teil der Brand-Architektur.
EREBØS und NØMAD — AW26 Tracksuit-Drop
Der AW26-Tracksuit-Drop am 18.09.2026 wird das nächste Heavy-Fleece-Piece in der SNØVIT-Linie: EREBØS (schwarz) und NØMAD (olive-khaki). Beide Sets aus 365 GSM Heavy Fleece, 100% Baumwolle, mit voll modularem Layering-Setup (Hoodie + Hose matching). Preis 110€ Set.
Drop-Day: Fr 18.09.2026 18:00 CET. SNØVIT VIP Access via Newsletter-Code 24h vorher.
Quick Reference — was du beim Kauf checkst
1. GSM-Angabe ist vorhanden. Wenn der Hersteller die GSM nicht angibt → meistens unter 300 GSM (sonst würde er es bewerben).
2. Material-Mix ist exakt. „100% Baumwolle“ ist klar. „Cotton-Blend“ ist verdächtig (meistens 50/50).
3. Bauart wird genannt. „Heavy Fleece“ oder „Brushed Cotton“ als Begriff in der Produktbeschreibung. Wenn nur „Sweatstoff“ steht, ist es vermutlich French Terry.
4. Innenseite ist auf Produktfotos sichtbar. Brands, die Heavy Fleece haben, zeigen die flauschige Innenseite stolz. Bei French Terry-only-Brands fehlen diese Shots.
5. Preis-Range macht Sinn. Echtes 100% Cotton 365 GSM kostet ab 70€ für Sweatshirts, ab 120€ für Sets. Wenn der Preis darunter liegt, ist meistens das Material kompromittiert.
SNØVIT
